WhatsApp und Mobile Payment: Nach der Testphase in Indien auch bald in Deutschland?

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WhatsApp und Mobile Payment werden bald Realität sein. Die Frage ist nur, wann. In Indien, dem größten Markt von WhatsApp, wird seit Jahresmitte das mobile Bezahlen über den grünen Messenger getestet. In diesem Stadium ist Deutschland noch lange nicht. Der hiesige Markt für Mobile Payment zeigt sich noch recht unübersichtlich.

Mobile Payment in Deutschland: es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht.

Klar, Dienste wie z.B. Apple Pay, PayPal, Google Pay, Payback Pay, Sparkassen App uva. sind uns geläufig, weil wir sie schon einmal irgendwo gehört haben. Aber haben wir sie auch wirklich genutzt? Die Liste an Mobile Payment Lösungen ließe sich noch weiter fortsetzen.

Der rote Faden für alle diese Anwendungen müßte sein: bargeldlose, schnelle und einfache Transaktionen vor Ort, im Internet oder untereinander. Allerdings steht Mobile Payment in Deutschland eher am Anfang. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Es gibt zunächst einmal nicht die eine Bezahl-App schlechthin. Wie die Liste oben zeigt, gibt es viele, die Mobile Payment Lösungen anbieten. Die meisten zielen auf eine spezielle Gruppe.

Mobile Payment in Deutschland funktioniert derzeit wie folgt. Der Nutzer hat eine App, der er die Rechte zum mobile Bezahlen einräumen muß (Hinterlegung der Daten einer Kreditkarte – oder EC/Girokarte).

Der Bezahlvorgang erfolgt via NFC-Terminal. Das Bezahlen stellt im Prinzip eine ganz normale Online-Überweisung (bzw. SEPA-Mandat) dar. NFC steht für Near Field Communication und entspricht einem Übertragungsstandard, der für den kontaktlosen Austausch von Daten geschaffen wurde.

Es gibt aber auch Apps, die nur den Empfang oder Versand von Geldbeträgen ermöglichen sowie ggf. das Bezahlen von Käufen im Internet. Diese spielen beim Mobile Payment vor Ort im Geschäft keine Rolle. PayPal wäre ein solcher Anbieter, der als Bezahlmethode häufig im Netz und bei Online Shops anzutreffen ist.

Schließlich ist NFC als Standard hierzulande durchaus verbreitet und akzeptiert. Jedoch betrifft er nur Android-Geräte. Besitzer von Apple-Endgeräten können NFC aktuell nicht nutzen.

Update 7.11.2018

Die Einführung von Apple Pay in Deutschland steht unmittelbar bevor. Detaillierte Informationen dazu findet Ihr in unserem Beitrag „Messaging Apps & Brands: Der Apple Business Chat„.

Für Mobile Payment via NFC benötigt es zudem Terminals oder entsprechende Lesegeräte. Wie man sehen kann, ist Google Pay schon recht weit, was Kooperationen mit dem Handel angeht. Diese gibt es längst nicht mit allen Geschäften, auch und gerade weil Deutschland ein Land des Bargeldes ist.

Zwar hat man sich längst an Giro- und Kreditkarten gewöhnt. Und doch gibt es nach wie vor viele Geschäfte und Restaurants, die bargeldloses Bezahlen nicht akzeptieren.


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WhatsApp und Mobile Payment

Wissenswert: WhatsApp öffnet sich suklzessive für Unternehmen. 2018 wurde WhatsApp Business vorgestellt, das sich allerdings aktuell eher an kleinere Unternehmen und Geschäfte richtet. Kürzlich wurde dann die WhatsApp Business API vorgestellt, die aber nur ausgewählten Partnern zur Verfügung steht.

WhatsApp und Mobile Payment: Parallel zur businessseitigen Öffnung läuft schon seit Februar 2018 eine Testphase für einen eigenen mobilen Bezahl-Service in Indien. Den Test begonnen hat man dann im Juni mit einer Million Nutzern. Dabei hat man sich mit diversen Banken zusammengetan.

Übrigens: Auch im zweitgrößten Markt von WhatsApp, Brasilien, ist man in Sachen Mobile Payment nicht untätig. Die älteste Bank des Landes, die Banco do Brasil, hat damit begonnen, sukzessive Finanztransaktionen (z.B. Geldtransfer, Kontostand etc.) via WhatsApp einzuführen.


Update 14.1.2018

Banco do Brasil hat inzwischen auch einen Bargeld-Service gelaunched, mit dem Kunden Beträge im Wert von bis zu 80 Euro an einem Geldautomaten abheben können. Dieser 15. Service, den die Bank via WhatsApp realisiert, funktioniert per Chatbot recht einfach, wie ZDNET erklärt.

  1. Kontakt (Telefonnummer) der Bank im Adressbuch hinterlegen und nach Abhebung fragen
  2. Ein Chatbot mit IBM Watson Technologie fragt nach der Höhe des Betrages sowie nach dem PIN, den der Kunde eingeben muss
  3. Nach der Überprüfung erhält der Kunde einen Code zugesendet, der im Bankautomaten eingegeben werden muss und Gültigkeit für den Tag der Anforderung besitzt

Zurück zu den Tests in Indien. Dort können Nutzer der aktuellen WhatsApp Messaging App die Zahlungsoption erhalten. Das gilt sowohl für Android als auch für iPhone-App Nutzer. Während der Einrichtung muss der User seine Handynummer bestätigen, und kann anschließend dann die entsprechende Bank auswählen.

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Quelle: WABetaInfo

Bedeutung von Unified Payment Interface (UPI)

Der Screenshot zeigt das Mobile Payment Setup für WhatsApp per Unified Payment Interface (UPI). Dabei handelt es sich um ein Echtzeit Bezahl-System, welches von der National Payments Corporation of India entwickelt wurde.

UPI ermöglicht den direkten Geldtransfer auf mobilen Plattformen. Nach der Bestätigung des Nutzers, wird die gewünschte Summe von dem mit der Mobilfunknummer verbundenen Bankkonto abgebucht und dem Empfänger gutgeschrieben.

Da das System unabhängig von Öffnungszeiten, Sonn- oder Feiertagen ist, ist es in der indischen Bevölkerung sehr beliebt und wird offensichtlich als beliebte Alternative für Standardüberweisungen genutzt.


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WhatsApp und Mobile Payment: warum Indien?

Diese Frage ist leicht zu beantworten. Indien hat über 300 Millionen aktive WhatsApp Nutzer pro Monat. Für die Messaging App bedeutet das, dass Indien den größten Markt darstellt. Da ist es naheliegend, dort einen solchen Test durchzuführen.

Dazu kommt ein weiterer Aspekt, denn das Land scheint nach seiner Bargeld-Reform geradezu prädestiniert für einen solchen Test.

Außerdem hat Indien einen großen Anteil an „Mobile-Only“ Usern. Über 70% der Internetnutzer in Indien besitzen keinen PC. Während hierzulande noch viele Online Einkäufe erst nach einer mobilen Recherche via Desktop getätigt werden, ist in Indien Mobile Payment führend.

WhatsApp Bezahl-Service auch bald Deutschland?

Da der neue WhatsApp Bezahl-Service ja bislang nur in Indien verfügbar ist, stellt man sich hierzulande durchaus auch die Frage, ob sich die deutschen WhatsApp User auch bald über den Dienst freuen dürfen. Immerhin: 90% der deutschen Internetnutzer verwenden Messenger, 81% von ihnen nutzen WhatsApp.

Ob und wann man in Deutschland per WhatsApp bezahlen kann, ist derzeit nicht bekannt. Einige Nachrichtenportale spekulierten schon über die Zukunft des WhatsApp Bezahl-Services.

Connect.de zum Beispiel schrieb in einem Bericht: „Ob und wann ein ähnliches System in Deutschland oder Europa eingeführt wird, ist hingegen fraglich, da die entsprechende Infrastruktur hierzulande noch nicht etabliert ist.“ BusinessInsider.de meint aber: „Es gilt als wahrscheinlich, dass der Service auch nach Deutschland kommen wird


3 Take Aways

  1. WhatsApp und Mobile Payment ist in Indien für viele Nutzer trotz Beta-Phase schon Realität. WhatsApp ist allerdings Nachzügler (Google Pay war schneller) und stand zuletzt auch unter Druck aufgrund von Fake News, die dort über die Plattform vermehrt versendet wurden.
  2. Der deutsche Markt für Mobile Payment ist fragmentiert. Einziger Standard für lokales mobiles Bezahlen ist derzeit NFC. Für diesen müßte WhatsApp dann kompatibel sein.
  3. Langfristig wird sich WhatsApp genauso wie der Facebook Messenger in Sachen Mobile Payment weltweit öffnen. Nutzer wollen zentrale Orte für ihre alltäglichen Prozesse statt viele verschiedene. Facebook besitzt längst die europaweite Lizenz für Geldtransfers. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Messenger wie WhatsApp mit seiner Ende-Zu-Ende-Verschlüsselung beim Mobile Payment in Deutschland mit von der Partie sind.

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