WhatsApp AGB Anpassungen 2021 – was du wirklich wissen musst!

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Zum neuen Jahr hat WhatsApp seine AGB der Messaging App aktualisiert, welche zum 15. Mai 2021 verpflichtend in Kraft treten. Mit der Zustimmung gewährt der Nutzer nun u.a., dass bestimmte Daten auch mit Facebook Unternehmen und Facebook Dienstleistern geteilt werden können. Doch was ändert sich wirklich für die Nutzer des weltweit beliebtesten Messenger? Wir haben dazu mit Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht und weiteren Datenschutzexperten gesprochen. Eines vorneweg, für die private Kommunikation ändert sich recht wenig. 


WhatsApp AGB & Datenschutz Änderungen 2021

Stand das Unternehmen in der Vergangenheit oft zu Recht in der Kritik zum Umgang mit Nutzerdaten, so ist im aktuellen Fall aber sachliche Differenzierung angebracht – zumindest für WhatsApp Nutzer innerhalb der EU. Denn hier wirken weiterhin starke Datenschutzvorkehrungen, die europäische Nutzer vor nicht gerechtfertigtem Datenaustausch schützen. Aber der Reihe nach.

  1. WhatsApp ändert seine AGB
  2. Welche Daten sind von der WhatsApp AGB Änderung betroffen
  3. Die Kritik an den WhatsApp AGB Änderungen
  4. WhatsApp Business AGB & Datenschutz – was sich wirklich ändert
  5. Kann WhatsApp meine Chats lesen? 
  6. Werden meine Daten verkauft?
  7. Muss ich die WhatsApp AGB Änderungen akzeptieren?
  8. Was passiert wenn ich nicht zustimme?
  9. Sind andere Messenger sicherer?
  10. Kann ich verklagt werden, wenn ich weiterhin WhatsApp nutze
  11. Wie können Unternehmen WhatsApp Datenschutzkonform nutzen?

1. Was ändert sich mit dem Inkrafttreten der neuen WhatsApp AGB für Nutzer und Unternehmen?

Getrieben durch leider oft irreführende Medienberichte herrscht über die WhatsApp Datenschutz Änderungen aktuell Verwirrung, bis hin zu Empörung über die „Datenkrake“ Facebook.

„Das Problem ist, dass viele Medien zum Teil auch dummes Zeug berichten“

Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht in unserem WUMMM Weekly Podcast.

Was ändert sich aber eigentlich konkret? Was heißt das für die Nutzer:innen und Unternehmen? Wofür werden welche Daten von WhatsApp genutzt? Was macht Facebook mit den Daten von WhatsApp? Diese Fragen beantwortete uns der auf Social Media spezialisierte Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht in unserem WUMMM Weekly Podcast.


2. Welche Daten sind von der WhatsApp AGB Änderung betroffen?

Primäres Ziel von den Änderungen ist es nicht Facebook Daten weiterzugeben, sondern die Nutzungsmöglichkeiten für Unternehmen und das Thema Shopping zu erweitern.  

Mit der Zustimmung der neuen AGB gewährt der Nutzer nun u.a., dass gewisse Daten auch mit Facebook Unternehmen und Facebook Dienstleistern geteilt werden können, um WhatsApp mit anderen Produkten von Facebook-Unternehmen zu verbinden; um die Sicherheit und Integrität aller Produkte von Facebook-Unternehmen zu gewährleisten und um Werbeanzeigen- und Produkterlebnis hinsichtlich Produkten von Facebook-Unternehmen zu verbessern.

Zu den Informationen gehören zum Beispiel:

  • Informationen zur Account-Registrierung (wie deine Telefonnummer),
  • Transaktionsdaten,
  • dienstleistungsbezogene Informationen
  • Informationen darüber, wie du mit anderen (einschließlich anderen Unternehmen) interagierst

❗ Dieser Austausch von Metadaten ist aber nicht neu und betrifft auch keine Nutzer innerhalb der EU, da hier zum einen die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) gilt und zum anderen die Vereinbarung mit der EU-Kartellbehörde zur Übernahme von WhatsApp durch Facebook im Jahr 2014 eine Datenweitergabe untersagt.

Dies hat WhatsApp auch gegenüber Medien explizit bestätigt:

[…] Keine Änderungen an den Praktiken der Datenweitergabe von WhatsApp in der europäischen Region (einschließlich Großbritannien), die sich aus den aktualisierten Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie ergeben. Zur Vermeidung von Zweifeln: Es ist weiterhin der Fall, dass WhatsApp keine WhatsApp-Nutzerdaten aus der europäischen Region mit Facebook teilt, damit Facebook diese Daten zur Verbesserung seiner Produkte oder von Anzeigen nutzen kann.

WhatsApp AGB Update EU

WhatsApp äußert sich noch einmal direkt und konkret zur öffentlichen und medialen Kritik (Quelle: https://faq.whatsapp.com/general/security-and-privacy/answering-your-questions-about-whatsapps-privacy-policy)

Auf Grund missverständlicher Meldungen äußerte sich auch  Niamh Sweeney (Director of Policy for WhatsApp, EMEA) dazu ebenfalls sehr deutlich auf Twitter!


3. Nicht eindeutig genug! Die Kritik an den WhatsApp AGB Änderungen

Die Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen sind nicht so eindeutig, wie Facebook es in der FAQ schreibt. Johannes Caspar, Datenschutzbeauftragter in Hamburg, hat ein Verfahren gegen Facebook eingeleitet, damit Klarheit einzieht, welche Daten geteilt werden. Da dieses Verfahren allerdings noch läuft, gibt es jetzt zunächst eine Anordnung, die es WhatsApp untersagt, Daten mit Facebook zu teilen. Caspar kritisiert, dass die Erklärungen mindestens unklar sind, an verschiedenen Stellen unterschiedliche Aussagen getroffen würden und die Abgrenzung zu den internationalen Informationen kaum zu erkennen sei.


4. WhatsApp Business AGB & Datenschutz – was sich wirklich ändert!

In einem FAQ-Beitrag erklärt WhatsApp die AGB Änderungen und die Auswirkungen für Unternehmen: Die AGB Änderungen betreffen in erster Linie das erweiterte Angebot von WhatsApp für Unternehmen. Hier soll die Änderung der WhatsApp AGB für Sicherheit sorgen. Konkret geht es um den Facebook Hosting Service, die neuen Möglichkeiten wie Shops und Warenkörbe zum Thema Conversational Commerce via WhatsApp und wie Nutzer mit Unternehmen per WhatsApp kommunizieren.

Was ändert sich bei den WhatsApp AGB Änderungen?

A) Das ändert sich nicht bei den WhatsApp AGB

Die Privatsphäre und die Sicherheit deiner persönlichen Nachrichten und Anrufe ändern sich nicht. Sie sind durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt, und weder WhatsApp noch Facebook können sie lesen bzw. anhören. WhatsApp / Facebook werden diese Sicherheit niemals schwächen oder aufweichen. Außerdem werden WhatsApp / Facebook jeden Chat kennzeichnen, um dich über unsere Selbstverpflichtung zu informieren.

B) Das ändert sich bei den WhatsApp AGB

WhatsApp / Facebook arbeiten daran, über 175 Millionen Menschen, die jeden Tag Nachrichten mit Unternehmen austauschen, besser zu unterstützen. Bei diesen Aktualisierungen geht es um optionale Unternehmensfunktionen. Sie sind Teil unserer breiter angelegten Bestrebungen, die Kommunikation mit Unternehmen für alle sicherer, besser und einfacher zu machen. Bei den Aktualisierungen geht es unter anderem um Folgendes:

  • Kundenservice ermöglichen: Viele Kunden möchten gerne mit einem Unternehmen chatten, um Fragen zu stellen, Produkte zu kaufen oder hilfreiche Informationen wie etwa Zahlungsbelege zu erhalten. WhatsApp / Facebook möchten Chats mit Unternehmen vereinfachen, die möglicherweise Facebook-Unternehmensprodukte nutzen.
  • Ein Unternehmen entdecken: Oft werden Unternehmen auf Facebook oder Instagram über ihre Werbeanzeigen entdeckt. Diese können einen Button enthalten, über den Interessierte dem Unternehmen eine Nachricht über WhatsApp senden können. Wenn du auf solch eine Werbeanzeige klickst, kann dies, genau wie bei anderen Anzeigen auf Facebook, dazu verwendet werden, die Anzeigen, die du auf Facebook siehst, zu personalisieren.
  • Shopping-Erlebnisse: Viele Leute shoppen online, insbesondere jetzt bei den aktuellen Einschränkungen. Einige Unternehmen, die einen Shop auf Facebook oder Instagram haben, können diesen in ihr WhatsApp Unternehmensprofil einbinden. So kannst du dir die Produkte eines Unternehmens auf Facebook und Instagram ansehen und direkt in WhatsApp bei diesem Unternehmen einkaufen. Wenn du mit Shops interagieren möchtest, teilen wir dir in WhatsApp mit, wie deine Daten mit Facebook geteilt werden.

 

💡 Es geht also weniger um die private Kommunikation mit Freunden und Familie auf WhatsApp, sondern mehr um die Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen per WhatsApp. Dienstleister wie MessengerPeople stellen dabei die DSGVO-konforme Nutzung & Verarbeitung dieser Daten sicher. 

👍 Mehr zum Thema WhatsApp Datenschutz für Unternehmen erfährst du in unserem Leitartikel WhatsApp und Datenschutz in der Kundenkommunikation – Alles was du wissen musst!


5. Kann WhatsApp meine Chats lesen?

Nein! WhatsApp nutzt wie Threema oder Signal die End-to-End-Verschlüsslung: Das heißt, die zu übertragenden Daten werden auf Senderseite verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Wer das WhatsApp / Facebook nicht glaubt, kann es gern in der Stellungnahme des Landesdatenschutzbeauftragten des Saarland nachlesen:

Die dabei zur Anwendung kommende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, entsprach nach unserer Bewertung dem Stand der Technik, sodass davon ausgegangen werden kann, dass technisch sichergestellt ist, dass WhatsApp keine Kenntnis von den Inhalten der Kommunikation zwischen Bürger und Kommune erhält.

Quelle: Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Saarland 


6. Verkauft WhatsApp meine Daten?

Nein, wie oben bereits beschrieben, hat WhatsApp lediglich Meta Daten. Auch der Datenaustausch mit Facebook wird durch die DSGVO (zumindest für EU Bürger) ausgeschlossen!


7. Muss ich die WhatsApp AGB Änderungen bis 15. Mai akzeptieren ?

Nein! WhatsApp hat seine Deadline aufgeweicht. Auch Nutzer die nach dem 15. Mai 2021 die neuen AGB nicht zustimmen, können WhatsApp weiterhin nutzen. Erst mal lässt sich WhatsApp also auch ohne Zustimmung weiter nutzen. Allerdings erscheint immer wieder ein Hinweis darauf, dass man den Nutzungsbedingungen zustimmen muss.WhatsApp Nutzer müssen eben dann damit leben, ständig diese Information wegzuklicken. 


8. Und was passiert, wenn ich nicht zustimme? Kann ich WhatsApp weiter nutzen?

In „einigen Wochen“ soll dieser Hinweis permanent erscheinen, schreibt WhatsApp in einem extra angelegten Blogbeitrag zu den Fragen, was bei Nicht-Zustimmung passiert. Ist die permanente Erinnerung da, lassen sich manche Funktionen nicht mehr nutzen. Zunächst bleibt der Zugriff auf die Chats verwehrt, Sprach- und Videoanrufe können aber noch angenommen werden. Nachrichten lassen sich noch über Benachrichtigungen lesen. Erneut einige Wochen später funktioniert WhatsApp dann nicht mehr.

Die „Wochen“, also die Dauer, ist unterschiedlich – welche Menschen länger Nachrichten schreiben können, bleibt unklar.


9. Telegram, Signal, Threema – sind andere Messenger denn sicherer?

datenschutz-sicherheit-messenger-whatsapp

WELCHER MESSENGER PUNKTET WO? BILD: SABRINA SCHRÖDL / MOTHERBOARD Quelle: Vice

 

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Datenschutz und Datensicherheit. Bei Datenschutz geht es darum, was das Unternehmen mit den Daten machen darf. Hier sind Signal und Threema sicherlich viel transparenter und sparsamer. Sicherer sind sie aber nicht unbedingt. Signal und WhatsApp haben zum Beispiel die selbe End2End Verschlüsselung. Telegram dagegen hat KEINE eine standardisierte End2End Verschlüsselung und ist auch sonst beim Thema Datenschutz bei weiten nicht besser als WhatsApp! 

Datensicherheit

Bei Datensicherheit geht es darum, was das Unternehmen technisch gewährleiten muss, dass nichts Unrechtmäßiges mit den Daten passiert. Hier geht es also darum, ob Deine Daten irgendwann gehackt werden könnten und dann zum Beispiel im Darknet verkauft werden. Von Playstation über Netflix, LinkedIn bis zu Kreditkarten oder Pipelinebetreibern sind solche Datenlecks 

Die Datensicherheit bei WhatsApp schätze ich relativ hoch ein.

Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht in unserem WUMMM Weekly Podcast.

Kritisch wird es lediglich bei kleineren Anbietern wie Signal, Threema, Telegram etc: Bei diesen stellt sich dem Leser die Frage, welche Messenger am ehesten auf zusätzliche Erlösquellen angewiesen sind – und das ist wahrscheinlich in erster Linie nicht der Marketing-Riese Facebook.

Zugleich muss die App auch eigene Kosten decken, das Personal bezahlen und die technische Infrastruktur aufrechterhalten. Und dann fällt denen auf, dass sie mit den Daten, die sich von ihren Nutzern täglich zugespielt bekommen, auch noch einen anderen Markt bedienen können.“

Messenger-Forscher Roland Schilling

Wie sicher sind WhatsApp, Threema, Signal oder Telegram wirklich?


10. Kann ich verklagt werden, wenn ich weiterhin WhatsApp nutze?

Nein, man kann als Privatperson nicht abgemahnt werden, da man als private Person nicht der DSGVO unterliegt. Unternehmen müssen sich aber einen DSGVO Konforme Software Lösung suchen! 


11. Wie können Unternehmen WhatsApp Datenschutzkonform nutzen?

Auch bei der Nutzung von WhatsApp für Unternehmen gibt es immer wieder Missverständnisse, besonders weil die meisten „Datenschutz Experten“ hier die normale WhatsApp App auf DSGVO Konformität prüfen.

In Bezug auf WhatsApp sind viele Datenschutzverantwortliche in Unternehmen auf dem Stand vor 3 Jahren!

Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht in unserem WUMMM Weekly Podcast.

Unternehmen sollten die WhatsApp Business API nutzen um DSGVO Konform zu ihren Kunden zu kommunizieren!  Hier wird die Weitergabe der Daten direkt an WhatsApp verhindert!

WhatsApp & Co. mit MessengerPeople datenschutzkonform nutzen:

  • AVV mit Dienstleister
  • Keine Daten an WhatsApp
  • Deutsche Server
  • Rollen & Rechte für Mitarbeiter
  • Löschkonzepte
  • Datenschutzbeauftragter
  • AGB Abfragen für Kunden / Einwilligung des Nutzers

Mit unserer Softwarelösung kannst du WhatsApp Datenschutz-konform und skalierbar einsetzen. Wir kümmern uns um eine DSGVO-konforme Datenspeicherung und -verarbeitung und stellen mit dir gemeinsam sicher, dass dein Messenger-Service rechtskonform ist.

Die Messenger Communication Platform ist sofort einsetzbar und browserbasiert. Sie bietet alle nötigen Feature für einen effiziente Kundenkommunikation. Du kannst alle Nachrichten – egal von welchem Messenger – zentral bearbeiten und beantworten. Die Anfragen können als Tickets manuell oder per Autorouting automatisiert an Kollegen zugewiesen werden.

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