Viber startet Payments in Deutschland: Nutzer können per Wallet zahlen und Geld verschicken

Der Messenger Viber, der zum japanischen Tech-Konzern Rakuten gehört, startet „Payments“ in Deutschland. Das neue Finanzangebot ermöglicht es Nutzer:innen, Dienste und Produkte per Wallet direkt in der App zu bezahlen sowie Geld zu verschicken. 

Nach Einschätzungen von McKinsey könnten globale Einnahmen aus Payment-Angeboten bis 2025 2,5 Billionen US-Dollar einspielen. Und der Messenger-Dienst Viber möchte auch ein Stück von diesem Kuchen abhaben. So hat Rakuten, das japanische Unternehmen hinter Viber, nun angekündigt, dass Viber einen neuen Service namens „Payments on Viber“ in Europa starten möchte.

Der Dienst soll nach Informationen von TechCrunch zunächst in Griechenland und Deutschland starten. Andere europäische Länder sollen später dazukommen und 2022 und 2023 soll Payments schließlich global ausgerollt werden.


Was kannst du mit Viber Payments tun?

Payments on Viber ermöglicht es Nutzer:innen, eine Wallet in der Messenger-App einzurichten. Diese Wallet kann dann wiederum mit dem eigenen Bankkonto oder Kreditkarten verbunden werden, um damit Produkte oder Rechnungen zu bezahlen oder auch Geld an andere Nutzer:innen zu verschicken. All dies wird direkt in der App möglich sein.

Die Peer-to-Peer-Option wird als Erstes starten und für User:innen gratis sein. Zahlungen an Unternehmen werden voraussichtlich eine Gebühr beinhalten.


Warum startet Viber Payments in Griechenland und Deutschland?

Angesichts der Tatsache, dass Russland und die Ukraine Vibers größte Märkte sind, ist es etwas überraschend, dass der Dienst sein Finanzangebot ausgerechnet in Griechenland und Deutschland startet. Doch angesichts der aktuell instabilen politischen Situation in Russland und der Ukraine, hat Rakuten beschlossen, sich zunächst auf andere Länder zu konzentrieren.

In Griechenland ist der Messenger aber auch sehr beliebt. Er ist derzeit auf 91 Prozent der Smartphones im Land installiert. Das summiert sich auf rund sieben Millionen Nutzer:innen (aus einer Bevölkerung von 10,7 Millionen). Deutschland, wo WhatsApp dominiert, hat lediglich drei Millionen Viber-Nutzer:innen. Doch Ofir Eyal, CEO von Viber, beschreibt Deutschland als einen „starken Korridor“ für Viber-Zahlungen nach Griechenland.


Wird Payments andere Finanzdienste von Viber ersetzen?

Viber Payments sind nicht der erste Fintech-Dienst, den der Messenger anbietet. In einigen Ländern wie Bulgarien oder Ungarn können User:innen schon Geld verschicken und auch Chatbot-Zahlungen in der App nutzen. Rakuten sagte, dass diese Dienste vorerst erhalten bleiben, aber nach und nach von Payments ersetzt werden.

Für den neuen Launch hat sich Rakuten Rapyd ins Boot geholt, ein Fintech-as-a-Service-Unternehmen, das die ersten zwei Launches managen wird.

Rakutens neues Angebot im Payment-Bereich reiht sich in die Fintech-Strategien anderer Messenger-Anbieter ein. Diese suchen verstärkt nach Wegen, um die steigende Beliebtheit von Messengern zu monetarisieren. So arbeitet WhatsApp beispielsweise seit geraumer Zeit an Zahloptionen für die App in Brasilien und Indien. Instagram wiederum hat gerade ein neues Bezahl-Feature für Instagram Direct Messages angekündigt und andere Messenger wie Telegram oder Signal experimentieren sogar mit Krypto-Zahlungen.

Weil Kund:innen verstärkt den Kontakt zu Unternehmen auf Messengern suchen, wollen Messenger-Anbieter entsprechend Unternehmen auch mehr In-Chat-Optionen bieten, damit diese ihre Geschäfte über Conversational-Commerce-Optionen über die Apps voranbringen können


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Im Vergleich zur Konkurrenz ist Rakuten relativ spät ins Messenger-Payment-Geschäft eingestiegen. Doch es könnte ein Weg sein, um Viber für bestehende Nutzer:innen attraktiver zu machen und neue User:innen hinzuzugewinnen. Aktuell zählt Viber weltweit eine Milliarde Downloads und 250 Millionen monatlich aktive Nutzer:innen.

Im Vergleich zu WhatsApp (zwei Milliarden monatlich aktive Nutzer:innen) oder Metas Messenger auf Facebook (988 Millionen monatlich aktive Nutzer:innen) ist es aber noch ein langer Weg für Viber.

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