Storytelling & WhatsApp: Wie der Bayerische Rundfunk den Revolutionär Kurt Eisner zum Leben erweckt

 In Kundeninterviews

Storytelling & WhatsApp? Der Bayerische Rundfunk (BR) hat mit dem Projekt „Ich, Eisner!“ genau bei dieser Fragestellung angesetzt.

Das Projekt er weckt den legendären bayerischen Revolutionär und ersten Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern, Kurt Eisner, zum Leben. Historie und Moderne werden auf diese Weise per WhatsApp Messenger miteinander vereint.

Statt dicke Bücher zu wälzen, können Jung und Alt in den kommenden hundert Tagen die spannende Lebensgeschichte Geschichte des Kurt Eisner bequem über WhatsApp verfolgen.

Eine gute Alternative zum klassischen „Storytelling“? Wir haben uns mit Eva Deinert, Projektmanagerin im Referat Digitale Entwicklungen und Social Media des Bayerischen Rundfunks, darüber unterhalten.

WhatsApp hat längst alle Social Media Plattformen überholt. Kommunikation, die vor ein paar Jahren noch via Facebook stattfand, findet jetzt in geschlossenen, privaten WhatsApp-Gruppen statt. Klar, da sind genau die Menschen, die mich als Nutzer interessieren, da bekomme ich die News, die ich wirklich haben will. Ohne dass ein Algorithmus die Vorauswahl übernimmt. Als Medienunternehmen möchten wir dort natürlich auch stattfinden und unseren Content anbieten.

Stelle Dein Unternehmen bzw. Projekt bitte kurz vor. Wer seid Ihr, was macht Ihr?

Ich, Eisner! ist ein Projekt der Radiowelle Bayern 2 und dem Referat Digitale Entwicklungen und Social Media. Im Referat haben wir das Ziel, digitale Innovationen für den BR umzusetzen.

Eva, wir würden gerne etwas mehr über Dich persönlich erfahren. Kannst du uns in ein paar Sätzen etwas über Dich verraten und wie Du zu Deiner jetzigen Position gekommen bist?

Gerne. Ich bin Journalistin und Projektmanagerin im Referat Digitale Entwicklungen und Social Media des Bayerischen Rundfunks. Hier verantworte ich digitale Pilotprojekte und entwickle als Social-Media-Beraterin Formate und Strategien für verschiedene Fachredaktionen des BR.

Zuvor war ich Online- und Social-Media-Redakteurin in der ARD Programmdirektion, wo ich ebenfalls Webformate entwickelt und Sendungsauftritte für DasErste.de betreut habe.

Studiert habe ich Germanistik und Kommunikations- & Medienwissenschaft an der Universität Leipzig. Neben meinem Studium habe ich bei verschiedenen Radiostationen gearbeitet und gemerkt, dass sich „aus diesem Internet“ journalistisch noch viel mehr rausholen lässt.

So bin ich nach dem Studium bei einem Verlag eingestiegen und habe zunächst als Online-Redakteurin für verschiedene Frauentitel gearbeitet bevor ich zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk gewechselt bin.


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Beginnen wir ganz allgemein: Wie siehst Du die Entwicklung von Social Media hin zu Messenger Kommunikation, speziell auch vor dem Hintergrund, das Du für ein Medienunternehmen tätig bist?

WhatsApp hat längst alle Social Media Plattformen überholt. Kommunikation, die vor ein paar Jahren noch via Facebook stattfand, findet jetzt in geschlossenen, privaten WhatsApp-Gruppen statt.

Klar, da sind genau die Menschen, die mich als Nutzer interessieren, da bekomme ich die News, die ich wirklich haben will. Ohne dass ein Algorithmus die Vorauswahl übernimmt.

Als Medienunternehmen möchten wir dort natürlich auch stattfinden und unseren Content anbieten. Zumal Inhalte vom BR wie Videos oder Bilder auch über WhatsApp fleißig weiterverteilt werden.

Storytelling & WhatsApp: Wie das Projekt „Ich, Eisner“ entstand

Storytelling & WhatsApp Bayerischer Rundfunk Kurt EisnerWie seid ihr eigentlich auf die Idee gekommen, die Geschichte von Kurt Eisner auf WhatsApp zu erzählen

Newsletter über WhatsApp zu verschicken, ist ja schon gut erschlossen – auch bei uns im BR. Uns interessiert, ob man darüber auch Geschichten erzählen kann. Wir haben das Jubiläum im November – 100 Jahre Revolution und Freistaat Bayern – als Anlass genommen, das historische Ereignis mal anders zu erzählen: in kurzen Happen, chronistisch-verdichtet, am Smartphone.

Bei der Beschäftigung mit dem Thema, sind wir dann schnell darauf gekommen, dass wir eng an einer Person bleiben wollen, um die Ereignisse hautnah erlebbar zu machen. Zumal wir dann ja zwischen Chats mit der Familien-Gruppe und Nachrichten von Freunden beim Nutzer auf dem Handy erscheinen.

Und da Kurt Eisner der Anführer der Revolution und erster Ministerpräsident Bayerns war, liegt nahe, dass er die Nachrichten verschicken soll. Er ist natürlich fiktiv, die Texte, die wir verschicken, sind das Ergebnis von monatelanger Recherche in Archiven, Büchern, Ministerratsprotokollen sowie Reden und Texten von Eisner selbst.

Aber immer dann, wenn er eine Sprachnachricht verschickt, handelt es sich um belegte Zitate.


Wer in das Leben von Kurt Eisner via WhatsApp bzw. Insta eintauchen möchte, kann ihn über das nachstehende Widget direkt abonnieren

 


Mit welchen Erwartungen seid ihr am vergangenen Sonntag gestartet?

Wir freuen uns, dass wir neben Themenschwerpunkten in Bayern 2 und im BR Fernsehen auch ein innovatives Digitalangebot unseren Nutzern anbieten können. Aber wir wissen auch, dass das Thema schon für eine spitze Zielgruppe ist.

Daher sind Prognosen, was konkrete Nutzerzahlen angeht, schwierig. Was für uns zählt: Dass die Leute, die unseren Kanal abonnieren, Spaß daran haben, mal was Neues auszuprobieren und auch das Gefühl haben, etwas zu lernen.

Wir hatten bereits im Juli eine Testphase gestartet und erstes Feedback eingesammelt. Wir wollten sehen, wie die Idee beim Publikum ankommt und ob die Geschichte trägt. Das Feedback war sehr positiv. Auch jetzt merkten wir im Vorfeld, dass das Projekt auf großes Interesse stößt, vor allem, weil es Vergleichbares bisher noch nicht gibt. Die meisten Nutzer sind gespannt und neugierig.

Habt Ihr schon ein erstes Feedback, etwa was die Anmeldungen anbetrifft?

Wir hatten bereits im Juli eine Testphase gestartet und erstes Feedback eingesammelt. Wir wollten sehen, wie die Idee beim Publikum ankommt und ob die Geschichte trägt. Das Feedback war sehr positiv.

Auch jetzt merkten wir im Vorfeld, dass das Projekt auf großes Interesse stößt, vor allem, weil es Vergleichbares bisher noch nicht gibt. Die meisten Nutzer sind gespannt und neugierig.

Habt Ihr Euch im Vorfeld darüber Gedanken gemacht, das, wenn „Kurt“ aus seinem Leben erzählt, sicherlich bei dem einen oder anderen „Zuhörer“ Fragen auftauchen können? Wer beantwortet die dann und wie?

Ja, darüber haben wir uns viele Gedanken gemacht – und das war auch ein Grund, warum wir vorher die Idee getestet haben. Wir wollten wissen, wie viele Menschen tatsächlich das Bedürfnis haben, zurückschreiben und in die 1:1-Kommunikation mit Kurt Eisner zu treten.

Das Bedürfnis ist schon da. Und dann schreiben wir (sprich: das Autoren-Team) auch zurück. Fragen, die häufiger auftauchen, fangen wir über die Chatbot-Funktion von Messenger People ab.

Für Fragen haben wir auf unserer Begleitseite zum Kurt Eisner-Projekt ein FAQ eingerichtet, außerdem gibt’s dort ein umfangreiches Glossar mit Begriffen und Personen. Der Großteil der Nutzer – das merken wir auch jetzt schon – möchte aber lieber nur „konsumieren“ wie bei anderen Newslettern auch.


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Storytelling & WhatsApp: die Content-Strategie des Bayerischen Rundfunk für das Projekt „Ich, Eisner“.

Ist Kurt eigentlich alleine oder bekommt er bei seiner WhatsApp-Premiere Unterstützung?

Im Autoren-Team, das die Nachrichten Kurt in den Mund legt, sind wir zu dritt. Wir beantworten auch die Fragen, gemeinsam mit zwei weiteren Kolleginnen, die uns bei der Community Betreuung unterstützen.

Wenn mir nächste Woche spätabends mal eine Frage einfällt, ist Kurt dann zur Stelle oder ist er nur zu gewissen Uhrzeiten aktiv?

Natürlich braucht Kurt auch Zeit, um seine Revolution vorzubereiten. Wenn wir gerade nicht individuell antworten können, wird Kurt das in Form einer kurzen Nachricht mitteilen. Dafür verwenden wir dann außerhalb der „Öffnungszeiten“ den Chatbot bzw. WhatsApp Bot.

Wie bewerbt Ihr Euren WhatsApp-Ausflug in die bayerische Geschichte?

Ich, Eisner! ist ein Projekt von Bayern 2 – dort bewerben wir es im Programm mit Trailern, Beiträgen und kurzen Talks. Außerdem bekommen wir von anderen Redaktionen im BR und in der ARD ebenfalls Unterstützung, sei es auf Facebook, Twitter, in Newsletter oder durch Verlinkungen.

Zudem bewerben unsere Kooperationspartner – Haus der Bayerischen Geschichte, Staatliche Archive Bayerns, Münchner Stadtmuseum, Bayerische Staatsbibliothek München, Stadtarchiv München und Münchner Stadtbibliothek – über ihre Kanäle das Projekt und legen Flyer und Plakate aus.

Und wir haben über 4.000 Schulen in ganz Bayern angeschrieben. Wir verbreiten es auf Social Media in verschiedene Gruppen und es gab auch eine klassische Pressemitteilung.


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Tipp: Wie finde ich die richtige Content-Strategie für meinen Messenger Newsletter? Was gilt es dabei zu beachten?


Wen wollt Ihr mit diesem „Storytelling Format“ ansprechen? Eher junge Leute oder auch die Älteren oder alle? Lehrer und Bildungseinrichtungen?

Wir wollen Geschichtsinteressierte, digital affine Leute ansprechen. Da wir auch die bayerischen Schulen informiert haben, würde uns es sehr freuen, wenn Geschichtslehrer Lust haben, sich mit ihren Klassen anzumelden. Unser Projekt ist aber auch für alle interessant, die Lust haben, sich zu informieren, aber wenig Zeit haben.

Mit wieviel „Geschichten“ am Tag dürfen wir rechnen?

Wir verschicken fast täglich Texte, Bilder oder Sprachnachrichten. Ab und an mal ein Video. An den entscheidenden Revolutionstagen im November können es zu 5 pro Tag sein. Aber es wird auch freie Tage geben, an denen sich Kurt nicht melden wird oder nur eine Nachricht schickt.

Zum Schluss möchte ich Dich noch fragen, was dich an der Person Kurt Eisner am meisten fasziniert hat?

Beeindruckt hat mich Kurt Eisners Besonnenheit, Weitsichtigkeit, sein Redetalent und sein unerschütterlicher Glaube an die Sache. Außerdem hat er immer versucht, auch mit Widersachern Kompromisse zu finden.

Unter seiner Regierung wurde viel auf den Weg gebracht, was wir heute als selbstverständlich hinnehmen: das Frauenwahlrecht, den Achtstundentag, Erwerbslosenunterstützung und die Säkularisierung der Schulen.

Vielen Dank für deine Antworten, Eva.

Gerne.


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