Prospekte per WhatsApp? Warum Supermärkte ihre Angebote per Messenger verschicken

Schluss mit nervigen Werbeangeboten im Briefkasten! Deutsche Supermärkte von REWE über Aldi Süd bis Kaufland bieten jetzt ihre Prospekte per WhatsApp an. Wir erklären, wie es funktioniert, wo die Vorteile liegen und was die Händler noch besser machen können. 

WhatsApp wird zum Supermarkt! Produkte anschauen, in den Einkaufswagen legen und direkt über WhatsApp Pay zu kaufen, ohne jemals die App verlassen zu müssen: Das ist die Vision des WhatsApp-Supermarktes. In Indien ist das auch schon Wirklichkeit. Hier rollte WhatsApp gemeinsam mit der indischen Supermarktkette JioMart erstmals das Ende-zu-Ende-Shopping aus.

Ganz so weit sind deutsche Supermärkte zwar noch nicht. Aber: Auch hierzulande nutzen die großen Supermarktketten WhatsApp sehr clever – indem sie Prospekte per WhatsApp verschicken. Wir erklären, warum das eine gute Idee ist und was sie noch besser machen können.



Warum Supermarkt-Prospekte per WhatsApp eine gute Idee sind

REWE hat es vorgemacht, andere Supermärkte sind schnell nachgezogen: Viele große deutsche Supermarktketten verschicken nun ihre Prospekte per WhatsApp. Einige, wie etwa REWE, wollen damit die Papierversion weitestgehend ersetzen. Das ist keine schlechte Idee.

Denn in deutschen Briefkästen stapeln sich wöchentlich zahllose Prospekte und Anzeigenblätter, die oftmals ungelesen im Papierkorb landen. Die Flut an Papier, die der Handel dadurch produziert, ist nicht nur schlecht für die Umwelt und ärgerlich für Verbraucher:innen. Es kostet auch die Supermärkte auch eine ganze Menge Geld. Und wenn die Inhalte auch noch ungelesen im Müll landen, ist auch die Frage berechtigt, wie sinnvoll diese Prospekte wirklich sind.

Genau darum ist der Umstieg auf WhatsApp begrüßenswert und bringt zudem viele weitere Vorteile mit sich.

1. Persönlichere Bindung

WhatsApp gilt als persönlichster Kanal der Kund:innen. Jeder Supermarkt, der es schafft, einen Platz in den WhatsApp-Chats zwischen Freund:innen und Familie zu finden, baut eine enge Beziehung zu den Kund:innen auf.

Zitat Tina Spengler WEICON WhatsApp

2. Regelmäßigkeit

Durch den Versand der Prospekte als WhatsApp-Newsletter kommen die Angebote regelmäßig zu einem bestimmen Zeitpunkt aktuell und direkt in die Haushalte (bei REWE etwa: immer sonntags).

3. Mehr Aufmerksamkeit

Papierprospekte landen im Müll, E-Mails im Spam und Social-Media-Anzeigen müssen es mit Algorithmen aufnehmen. All das fällt bei WhatsApp weg. Hier landen die Inhalte direkt auf dem Sperrbildschirm und bieten entsprechend regelmäßig Öffnungsraten um die 95 Prozent und Klickraten um 35 Prozent. Welches andere Medium kann das leisten?

4. Kosten sparen

Im Vergleich zu Papierversionen sind WhatsApp-Prospekte vergleichsweise günstig. Dadurch können Supermärkte auch Kosten sparen.

5. Mehr über Nutzer:innen erfahren

Wenn jemand ein Papierprospekt anschaut und daraufhin in den Supermarkt geht, um ein Angebot wahrzunehmen, ist das ein guter Erfolg. Nur: Im Unternehmen kommen dazu keine Informationen zusammen. In welche Filiale hat der Einkauf stattgefunden? Unklar!

Auf WhatsApp dagegen fragt jeder Supermarkt den Standort der nächsten Filiale ab. Diese Daten helfen, um Zielgruppen zu segmentieren. Auch können Supermärkte so gezielter regionale Angebote versenden.


💡 Lerne von TRACTA: So wird WhatsApp für stationäre Händler zum Erfolg!

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So funktioniert die Anmeldung für WhatsApp-Prospekte

Die WhatsApp-Prospekte sind regelmäßige Push-Nachrichten (Newsletter), die die Supermärkte an interessierte Kund:innen schicken. Wie bei anderen Newslettern auch, melden sich die Nutzer:innen also aktiv an, um diese Angebote zu erhalten. Die Anmeldung erfolgt bei fast allen Supermärkten nach dem gleichen, einfachen Ablauf.

  1. Nutzer:innen besuchen eine Supermarkt-Website und klicken hier entweder auf den Click-to-Chat-Link oder scannen den QR-Code.
  2. Ein WhatsApp-Chatbot informiert die Nutzer:innen über den Datenschutz.
  3. Sobald Kund:innen das bestätigen, geben sie ihre Postleitzahl ein, um die Prospekte der nächsten Filiale zu finden.
  4. Der Supermarkt schickt anschließend das aktuellste Prospekt.
  5. Um sicherzugehen, dass Abonnent:innen weiterhin interessiert sind und um Spam zu vermeiden, holen sich die Supermärkte das Opt-In für regelmäßige WhatsApp-Newsletter.

Prospekte per WhatsApp: Diese deutschen Supermärkte sind dabei

REWE hat vorgelegt, aber viele andere Supermärkte und Händler hatten die Idee offensichtlich auch schon in der Schublade. So bieten mittlerweile zahlreiche deutsche Händler Prospekte per WhatsApp an.

REWE: der erste Supermarkt mit Prospekten auf WhatsApp

REWE war der erste Supermarkt, der auf WhatsApp-Prospekte setzte und dafür auch öffentlich die Werbetrommel rührte. Aktuell verschickt REWE die Prospekte wöchentlich. Die Anmeldung funktioniert dabei einfach per QR-Code.

REWE Anmeldung WhatsApp Newsletter mit Prospekten

REWE Anmeldung WhatsApp Newsletter mit Prospekten

Bis Juli 2023 möchte die Kette gänzlich auf  die Handzettel verzichten.

👉 Link zur Anmeldung (REWE Webseite)

Metro: der innovative Großhändler

Metro ist der erste Großhändler-Supermarkt in Deutschland, der seinen WhatsApp-Service gelauncht hat.

Wie bei allen anderen Supermärkten auf WhatsApp ist die Anmeldung recht einfach. Da sich das Angebot METRO nur an Großkund:innen richtet, wird hier zusätzlich noch die Kundennummer bei der Anmeldung abgefragt.

Metro WhatsApp Prospekt Anmeldung Supermarkt

Als erster Großhändler bietet Metro WhatsApp-Prospekte an. (Quelle: Metro)

👉 Link zur Anmeldung (Metro Webseite)

Aldi Süd: aktuelle Angebote aufs Smartphone

Dass das Verschicken von Prospekten per WhatsApp eine gute Idee ist, hat auch Aldi Süd sehr schnell erkannt. Unter dem Motto „jeden Sonntag auf deinem Smartphone“ gibt es bei Aldi Süd auf Wunsch wöchentliche Angebote per WhatsApp.

Aldi WhatsApp Prospekt Anmeldung Supermarkt

Aldi Süd verspricht Angebote für „jeden Sonntag auf deinem Smartphone“. (Quelle: Aldi Süd)

Auch bei Aldi Süd läuft die Anmeldung per QR-Code.

👉 Link zur Anmeldung (Aldi Süd Webseite)

Toom: Der erste Baumarkt

Nicht nur Supermärkte nutzen die Vorteile von WhatsApp-Prospekten. Auch der Baumarkt toom hat sein Angebot sehr schnell auf WhatsApp gestellt.

Toom WhatsApp Prospekt Anmeldung Supermarkt

Als erster Baumarkt setzt toom auf WhatsApp-Prospekte. (Quelle: toom)

Toom verschickt seinen Newsletter jeden Samstag um zehn Uhr morgens. Und wer die regelmäßigen Updates nicht mehr erhalten möchte, muss einfach nur „STOP“ in den Chat schreiben.

👉 Link zur Anmeldung (Direkt WhatsApp)

Kaufland: cleveres Timing

Besser spät als nie, dachte sich Kaufland und ist seit dem 23. November 2022 auch auf WhatsApp mit seinen Prospekten präsent. Im Gegensatz zu REWE und Aldi Süd verschickt Kaufland seine Prospekte jedoch bereits am Donnerstag. Das könnte sich auszahlen. Denn der Großeinkauf im Supermarkt findet traditionell in Deutschland am Samstag statt.

Kaufland Supermarkt WhatsApp Prospekt Newsletter

Kaufland verschickt seine Angebote schon am Donnerstag. (Quelle: Kaufland)

👉 Link zur Anmeldung (Kaufland Webseite)

Expert TeVi Markt: vom Kundenservice zum Angebot

Die expert SE ist eine Fachhandelskooperation, unter anderem für Unterhaltungselektronik. Einige Händler bieten hier schon seit längerem Kundenservice per WhatsApp an. Nun bieten erste Anbieter der Expert TeVi Gruppe in Bayern auch Prospekte via WhatsApp an.

Expert WhatsApp Prospekt

Auch bei Expert TeVi setzten sich WhatsApp-Prospekte durch. (Quelle: Expert TeVi)

👉 Link zur Anmeldung (Direkt WhatsApp)

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Fünf Tipps für noch bessere Prospekt-Angebote auf WhatsApp

Prospekte auf WhatsApp sind ein guter Anfang! Dennoch gibt es auch hier ein paar Dinge, die zu noch mehr Erfolg von WhatsApp als Verkaufskanal führen können:

1. Click-to-Chat-Link einbauen!

Auf vielen Websites findet sich nur ein QR-Code, um sich für den Prospekt-Erhalt anzumelden. Wenn Kund:innen aber auf dem Handy die Seite besuchen, können sie keinen QR-Code scannen. Eine clevere Alternative: Click-to-Chat-Links! Über diese Links landen Nutzer:innen direkt im WhatsApp-Chat.

2. Standort senden!

Statt die Postleitzahl einzugeben, können WhatsApp-Nutzer:innen auch einfach ihren Standort über die App schicken. Das geht schneller und ist bequemer für die Kund:innen.

3. Dialog bieten!

WhatsApp ist keine Einbahnstraße, auf der nur Unternehmen ihre Botschaften schicken, Kund:innen aber keine Chance zum Dialog haben! Wer Erfolg auf WhatsApp haben will, sollte darum WhatsApp auch als Kanal für Feedback und Service nutzen.

4. Prospekte sind erst der Anfang!

Im Moment bekommt man das Prospekt immer noch auf der Website angezeigt. Auch das lässt sich aber schon heute mit der WhatsApp Business Platform über den Produktkatalog direkt auf WhatsApp darstellen. Insbesondere in Kombination mit dem neuen Unternehmensverzeichnis, das WhatsApp schon in ersten Märkten ausgerollt hat, können Supermärkte somit ihr Angebot einer breiteren Zielgruppe nahebringen.

5. Noch besseres Targeting!

Statt nur die Postleitzahl abzufragen, kann man auch gleich nach der Anmeldung noch weitere hilfreiche Informationen erfragen. Zum Beispiel: „Für welche Angebote interessierst du dich besonders?“ Damit können Supermärkte noch passgenauer Angebote an die Kund:innen verschicken und diese erhalte wiederum Informationen, die sie besonders spannend finden.


Werden WhatsApp-Prospekte die Papiervariante ersetzen?

Das ist eine Frage, die sich derzeit viele stellen. Dennoch: So schnell wird das nicht passieren. Schließlich hat auch jede Kommunikationsform ihre Zeit und ihre Zielgruppe. Viele Senior:innen werden weiterhin die Papierprospekte bevorzugen (auch wenn sie im Freundeskreis rege WhatsApp nutzen).

Eine jüngere Generation der (umweltbewussten) Digital Natives dagegen hat für Papierformate herzlich wenig übrig. Und hier werden die WhatsApp-Prospekte sicherlich sehr gut bei der Schnäppchenjagd sowie bei der Kundenbindung helfen.


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