Komplett anonym kommunizieren? Diese Messenger machen’s möglich!

Du bist ohne Internetzugang unterwegs und willst eine Nachricht schicken? Möchtest du auf einer Auslandsreise Daten sparen? Oder willst du einfach anonym bleiben? Dafür gibt es Offline-Messenger! Sie funktionieren ohne Internet oder Funknetz. Wir erklären, wie das geht und ob sie eine echte Alternative zu WhatsApp und Co sind. 

Textnachrichten, Messenger-Apps, E-Mails, soziale Medien… es gibt heutzutage unzählige Möglichkeiten, um in Verbindung zu bleiben. Alle diese Kommunikationsmittel haben jedoch eines gemeinsam: Sie benötigen Zugang zu einer öffentlichen Infrastruktur, wie einem WLAN-Modem oder einem Mobilfunkmast. Was aber, wenn du keinen Zugang zu dieser Art von Infrastruktur hast oder diese bewusst vermeiden möchtest?

Dann kommen Offline-Messenger ins Spiel. Sie benötigen weder Internet noch Mobilfunkmasten, ermöglichen es aber dennoch, Nachrichten mit dem Smartphone zu versenden. Wir klären, wie die Technologie funktioniert, warum sie nützlich ist und ob sie eine echte Alternative zu anderen Messaging-Apps ist.


Was ist Offline-Messaging und wie funktioniert es?

Offline-Messaging ist ein neuer Trend in der sicheren Kommunikation. Die netzunabhängigen Messenger-Apps, auch Mesh-Messenger oder Off-Grid-Messenger genannt, benötigen keinen Zugang zu öffentlicher Infrastruktur wie Mobilfunkmasten oder Internet, um Nachrichten von einem Telefon zum anderen zu senden. Stattdessen verlassen sie sich auf Bluetooth oder direktes WLAN.

Bluetooth

Zwei Geräte können über Bluetooth eine sichere Peer-to-Peer-Verbindung aufbauen. Es handelt sich um dieselbe Technologie, mit der du auch Musik oder Bilder von einem Gerät auf ein anderes überträgst. Die maximale Reichweite zwischen den Geräten beträgt dabei etwa 100 Meter.

Direktes WLAN

Im Gegensatz zu einem WLAN-Signal, mit dem du dich über ein Modem verbindest, handelt es sich bei direktem WLAN (manchmal auch Ad-hoc-WLAN genannt) um eine begrenzte Verbindung zwischen zwei internetfähigen Geräten. Die Verbindung besteht nur zwischen den beiden Geräten, weshalb sie auch als Single-Hop-Kommunikation bezeichnet wird. Reguläre drahtlose Netzwerke verwenden in der Regel eine Multihop-Kommunikation. Die Reichweite einer direkten WLAN-Verbindung liegt bei etwa 60 Metern.

P2P-Nachrichten

Weder Bluetooth noch direktes WLAN haben eine große Reichweite, wenn es darum geht, Nachrichten zwischen zwei Telefonen zu versenden. Die Personen müssen sich also in räumlicher Nähe zueinander befinden, um miteinander zu kommunizieren.

Darum verfügen einige Mesh-Messaging-Apps über einen Peer-to-Peer-Modus (P2P). Wenn dieser aktiviert ist, kann das Signal von einem Mobiltelefon zum nächsten weitergegeben werden, bis es sein Ziel erreicht. Im Grunde schaffen so mehrere Telefone einen Kommunikationspfad. Je mehr verbundene Telefone es gibt, desto weiter kann sich eine Nachricht ausbreiten.

Wichtig: Während die Telefone anderer Personen zum Senden einer Nachricht verwendet werden, können nur der Sender:in und Empfänger:in den Inhalt der Nachricht sehen. Die anderen Telefone dienen lediglich als Signalverstärker.

Neben dem P2P-Modus lassen sich auch Gadgets zur Signalerweiterung verwenden, wie zum Beispiel Go Tenna Mesh.

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Vom Zeltausflug bis zu politischen Protesten: Wenn Off-Grid-Messenger nützlich sind

In einer Welt, in der es an fast jeder Ecke verfügbares WLAN gibt und die Mobilfunkabdeckung so weitreichend ist, mag es überflüssig erscheinen, sich überhaupt Gedanken übers Offline-Messaging zu machen. Dennoch gibt es Situationen, in denen netzunabhängige Messaging-Apps wirklich nützlich sein können.

Mitten im Nirgendwo

Stellen dir vor, du gehst mitten im Nirgendwo zelten. Mit Freund:innen startest du eine Wanderung, kommst aber vom Weg ab und verlierst die Gruppe. Du kannst niemanden anrufen und auch keine Nachrichten schicken, weil du keinen Empfang hast. Wenn du hier einen Offline-Messenger hast, kannst du aber dennoch eine Nachricht schicken und den Rest der Gruppe wissen lassen, dass du dich verlaufen hast.

Auf Reisen

Es kann auch Situationen geben, in denen du keine Daten mehr hast oder dein Datenvolumen nicht zum Senden von Nachrichten aufbrauchen möchtest. Wenn du etwa im nicht-europäischen Ausland oder auch auf einem Kreuzfahrtschiff reist, ist es sehr teuer Nachrichten zu verschicken. Auf Kreuzfahrtschiffen gibt es zwar WLAN auf dem Schiff, der Zugang ist aber täglich oftmals stark eingeschränkt und wer das Internet länger nutzt, zahlt ordentlich drauf.

Anstatt also viel Geld für Roaming oder das Schiffs-WLAN auszugeben, kannst du einfach über Offline-Messenger kommunizieren.

Internet-Zeit für Kinder reduzieren

Auch für Eltern können Internet-lose Messenger-Apps interessant sein, wenn sie die tägliche Zeit im Netz Ihrer Kinder begrenzen wollen, diese aber dennoch kommunizieren können sollen.

Naturkatastrophen

Manchmal schneiden Naturkatastrophen wie ein Sturm oder eine Überschwemmung alle regulären Kommunikationswege ab und du kannst nicht einmal mit deinen Nachbar:innen sprechen oder um Hilfe rufen. Offline-Messenger können in solchen kritischen Situationen sehr nützlich sein.

Politische Proteste

Und natürlich gibt es Situationen, in denen Menschen Angst haben, die öffentliche Infrastruktur zur Kommunikation zu nutzen. In Ländern mit autoritären Regimen wollen Bürger:innen frei kommunizieren, ohne ausspioniert zu werden.

Auch in einer Kriegssituation, wie im aktuellen Krieg in der Ukraine, machen Betroffene sich Sorgen, dass ihre Kommunikation überwacht werden könnte. Offline-Messaging bietet dann eine sicherere Möglichkeit, um Nachrichten an den Freundeskreis und Familienmitglieder zu senden.


Die besten Offline-Messenger

Derzeit gibt es drei empfehlenswerte Messenger, die entweder mit Bluetooth oder direktem WLAN funktionieren und gute Optionen für die Offline-Kommunikation bieten.

Bridgefy

Bridgefy ist der einzige Offline-Messaging-Dienst, der sowohl für iOS als auch für Android funktioniert. Mit der App kannst du verschlüsselte Nachrichten, Videos und Bilder über Ad-hoc-WLAN oder Bluetooth versenden. Es ist auch ein P2P-Modus verfügbar. Für die Nutzung von Bridgefy musst du zwar nicht zahlen, es wird aber relativ viel Werbung geschaltet.

Briar

Briar ist ein werbefreier, Open-Source-Messenger, mit dem du Nachrichten, Bilder und Videos ohne Internet versenden kannst. Er funktioniert allerdings nur für Android-Geräte.

Du kannst auf Briar mit einer anderen Person chatten, aber auch Gruppenchats starten. Es gibt außerdem Blogs und Foren, und alle Nachrichten sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Alles, was du sendest, wird zudem nur lokal auf dem Gerät gespeichert.

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Briar ist für einen Offline-Messenger ungewöhnlich, weil er tatsächlich auch eine Online-Option bietet. Wenn du den Online-Modus wählst, wirst du automatisch über das anonyme Tor-Netzwerk mit dem Internet verbunden. Auch mit Briar kannst du jedoch keine Video- oder Sprachanrufe tätigen. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Batteriespareinstellung auf dem Gerät nicht aktivieren kannst, wenn du Briar verwendest und die App verbraucht viel Akku-Leistung.

Bluetooth Chat

Wie der Name schon sagt, verwendet Bluetooth Chat ausschließlich Bluetooth, um verschlüsselte Nachrichten von einem Gerät zum anderen zu senden. Die App verfügt auch nicht über einen Peer-to-Peer-Modus, sodass die Reichweite auf 100 Meter begrenzt ist.

Um mit einer anderen Person zu sprechen, müssen vorher alle User:innen die App auf „entdeckbar“ einstellen und anschließend die Freundschaftsanfrage der anderen Personen akzeptieren. Alternativ ist es auch möglich, jemandem einen Einladungslink schicken. Wenn eine Person die App auf ihrem Handy installiert hat, kann sich die andere Person dann auch verbinden, wenn sie die App nicht installiert hat.

Wenn ein Gerät die Verbindung verliert, wird der Kontakt allerdings nicht gespeichert, sodass die Verbindung erneut hergestellt werden muss. Bluetooth Chat ist nur für Android verfügbar und es gibt keine Optionen für Video- oder Sprachanrufe.

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Können Offline-Messenger WhatsApp und Co. ersetzen? Spoiler: Nein!

Offline-Messenger gelten gemeinhin als sicherer als reguläre Messaging-Apps. Das liegt daran, dass sie niedrigere Funkwellen-Technologien verwenden, die schwieriger zu hacken sind als normale Wi-Fi- oder Mobilfunkwellen.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass der Hauptunterschied zwischen Offline-Messaging-Apps und normalen Messaging-Apps nicht in der Art der Verschlüsselung, sondern in der Signalreichweite besteht. Messaging-Anwendungen wie WhatsApp, Signal oder Threema verwenden eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und andere Verschlüsselungstechnologien, die sie mindestens so sicher machen wie Mesh-Messenger.

Und obwohl es einige Situationen geben mag, in denen Offline-Messenger praktisch sind, wird das Mesh-Messaging WhatsApp, iMessage oder die SMS nicht so schnell ersetzen. Das liegt auch daran, dass die Kommunikationsoptionen zu begrenzt sind.

Die meisten Messenger bieten keine Rich-Media-Optionen wie Sprach- oder Videoanrufe. Außerdem ist es fast unmöglich, jemanden zu erreichen, der nicht in unmittelbarer Nähe ist. Und wenn du mit iPhone-Nutzer:innen sprechen willst, kannst du nur eine einzige Offline-Messenger-App verwenden. Das ist im Alltag sehr unpraktisch.

In den meisten privaten und vor allem geschäftlichen Fällen mag Offline-Messaging daher zwar eine interessante Ergänzung zu den regulären Kommunikationskanälen sein, aber ersetzen wird es diese sicherlich nicht.


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