Direct App von Instagram: Messenger von Instagram wird eingestellt!

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Instagram hat bekanntgegeben, das Direct, die eigenständige Messaging App für Direktnachrichten auf Instagram, in den nächsten Wochen eingestellt wird. Instagram begründet das mit der Fokussierung auf die in Instagram vorhandene Direktnachrichten-Funktion als Ort für den direkten und persönlichen Austausch.

Im Dezember 2017 hatte Instagram den „Test“ von Direct begonnen. Nach anderthalb Jahren wird sie jetzt eingestellt. Nutzer von Direct wurden informiert, das ihre Chats in die allgemeine Instagram App überführt werden.

Die Gründe für die Einstellung der Direct App von Instagram

  1. Die Direct App erhielt nie die notwendige Aufmerksamkeit von Instagram, die sie für ein stetiges Wachstum benötigt hätte
  2. Direct wurde offensichtlich über die Test-Länder hinaus kaum bis gar nicht genutzt, wenngleich die offizielle iOS Version der App weit mehr Sprachen ausweist, wie Techcrunch anmerkt.

„Wer kannte oder nutzte die Direct App von Instagram überhaupt?“ ist im Zuge der News die wohl am meisten gestellte Frage.

Unsere Einschätzung

Auf den internationalen Messenger-Markt mit WhatsApp, Facebook Messenger, WeChat und Viber an der Spitze hat die Instagram-Meldung keine Auswirkungen. Auch für den Messenger Markt im deutschsprachigen Markt besteht keine Relevanz. Es bleibt abzuwarten, inwiefern Instagram-Nutzer künftig die Direktnachrichten-Funktion über das Teilen von Stories hinaus für die 1 zu 1 Chat Kommunikation nutzen werden.


10. Dezember 2017

Heute hat Instagram die eigenständige Messaging App Direct Instagram gelauncht. Zwar nur in ausgewählten Ländern, aber dennoch kann dieser „Test“ so interpretiert werden, dass das Versenden von Nachrichten künftig auf eine eigene App ausgelagert wird. Sie wird vom Start weg nominal über rund 400 Millionen Nutzer verfügen.

Direct Instagram ist schon ein kleines Ausrufezeichen. Klein, weil die standalone App ab heute in sechs Ländern getestet wird – Chile, Israel, Italien, Portugal, Türkei und Uruguay.

Warum Ausrufezeichen? Weil Instagram diese Woche schon mit der Facebook Messenger-Verknüpfung (Nutzung des Facebook Messenger künftig per Instagram Account möglich plus Import der Instagram Kontakte) einen interessanten Move gemacht hat.

Der Hintergrund: Die zunehmende Verzahnung zwischen den Diensten und Plattformen, die zu Facebook gehören, ermöglichen eine immer intensivere Begleitung der Nutzer bei ihren Aktivitäten, wodurch die gewonnenen Daten anonymisiert den Werbetreibenden mit weiterführenden Informationen zur Verfügung gestellt werden können.


Drei Fakten zu Direct Instagram, die für einen Angriff auf Snapchat sprechen

1. Direct Instagram wird vom Start weg über rund 400 Mio. Nutzer verfügen. So viele nutzen bisher die Messaging-Funktion auf der originären Instagram App (Stand April).

2. Eigentlich rührt das Direct-Feature von einem eigenen Angriff auf Snapchat, denn: Direct wird dann genutzt, wenn die Story-Funktion genutzt wird und die war ja bekanntermaßen mal der „USP“ von Snapchat (inzwischen haben im Facebook Universum neben Facebook selbst auch WhatsApp und der Facebook Messenger das Story-Feature integriert)

3. Wir erinnern uns an die Vorgehensweise von Facebook in Sachen Messaging: die Funktion wurde in eine eigene App ausgelagert, obwohl die Nutzer sich wochenlang beschwerten. Heute hat der Facebook Messenger 1,2 Mrd. Nutzer.


Der Kampf um die Vormachtstellung auf dem globalen Messenger Markt

Instagram ist damit offiziell in den weltweiten Messenger Markt eingestiegen. Nur konsequent aus unserer Sicht, denn Zuckerberg hat die Power von Messenger Marketing schon lange erkannt und mit WhatsApp und dem Facebook Messenger schon die zwei dominierenden Plattformen weltweit im Portfolio.

Mark Zuckerbergs Statement: Nachrichten schreiben ist etwas, was Menschen öfters tun als social networking.

Mit diesem Schachzug könnte Facebook nun gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: 1) Teenies von Snapchat eine Chat – Alternative bieten (FB Messenger ist da nicht besonders beliebt) und 2) WeChat abwehren. 

WeChat zeigt, wie man einen Messenger zum täglichen persönlichen Assistenten ausbauen kann, der über ein hoch intelligentes Ökosystem an In-Apps verfügt sowie viele Features. Letztlich will und muss Facebook mit seinen nunmehr drei Messengern dorthin kommen, ob es will oder nicht. Der Grund liegt auf der Hand: Monetarisierung.

Übrigens: Facebook war diese Woche ebenfalls aktiv und hat mit dem Facebook Messenger Kids im Hinblick auf die Altersgruppen bei den Jüngsten eine standalone App gelauncht, von der viele sagen, sie wäre auch ein Angriff auf Snapchat. Das halten wir für unwahrscheinlich. Warum? Weil Snapchat gerade cool war (ist) ohne Eltern und deren Kontrolle. Aber mit dieser App signalisiert Facebook seine Kraft, auch bei den unter 13jährigen aktiv zu werden. Die anderen Altersgruppen werden via Facebook Messenger und WhatsApp sowie in Zukunft mit Direct Instagram abgedeckt.

Snapchat wird, wenn es nicht weiterhin mit innovativen Features aufwartet, keine Chance haben. Zumal es sich auch weiterhin öffnen muss, um das Nutzerwachstum zu generieren und hochzuhalten. Denn: Snap Inc., die Mutter, ist börsennotiert und zum Erfolg regelrecht verdammt. Facebook ist mit seiner Diversifizierungsstrategie hingegen auf einem spannenden Weg der Neufindung.


 

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